Suche
Suche Menü

DevFest Berlin 2014 – Ein Erfahrungsbericht

Am letzten Wochenende fand das DevFest Berlin statt. Das ist eine noch relativ kleine, von der Google Developer Group (GDG) in Berlin organisierte Veranstaltung. Sie fand in den Räumlichkeiten von Immobilienscout 24 am Ostbahnhof statt. Die Teilnahmegebühr betrug 13,37 € inklusive Goodies und Verpflegung.

Das DevFest ging über drei Tage und bestand aus drei Teilen:

  • Workshops am Freitag
  • Vorträge am Samstag und
  • ein Hackathon am Sonntag.

Workshops und Themen waren wiederum in drei Tracks aufgeteilt:

  • Web Technologies
  • Android
  • Cloud Technologies

Ich selbst habe am Samstag teilgenommen und mich hauptsächlich auf die Vorträge des Web Tracks konzentriert.

Vorträge

Die Folien zu den meisten der Vorträge sind auf der Webseite des DevFest zu finden. Auf einige Vorträge möchte ich hier noch weiter eingehen.

Using the web for music production and for live performances

Jan Monschke stellte in diesem Vortrag die noch recht junge Web Audio API vor. Nach einer kleinen Einführung mit Codebeispielen zeigte er die von ihm entwickelte Webanwendung. Sie dient der Aufnahme und Produktion von Musikstücken und bietet Grundfunktionalitäten, die man aus Aufnahmeprogrammen wie beispielsweise Garage Band oder Ableton kennt. Die Besonderheit lag darin, dass die Anwendung komplett im Browser nutzbar ist und Tonspuren in Echtzeit von verschiedenen Benutzern angelegt oder bearbeitet werden können. Interessierte können den kompletten Quellcode auf GitHub finden.

Introduction into Polymer

Jan-Philipp Heinrich gab in seinem Vortrag einen Crashkurs in die Frontend-Technologie Polymer. Polymer greift das Konzept der Web Components auf, erweitert es hinsichtlich der Browserkompatibilität, legt dabei einen großen Fokus auf Responsiveness und möchte gleichzeitig sehr einfach anzuwenden sein. Die Beispiele waren sehr beeindruckend. In wenigen Zeilen Code konnten typische Anwendungsfälle moderner Webseiten umgesetzt werden, zum Beispiel eine Tab-Navigation, die sowohl auf großen Monitoren als auch auf dem Display eines Smartphones klar und sauber dargestellt wurden. Zudem soll es durch Templating recht einfach sein, neue zusammengesetzte Elemente zu erstellen und anzuwenden. Somit scheint Polymer eine Interessante Alternative zu anderen aktuellen Technologien zu sein, deren Community anscheinend auch im Wachstum begriffen ist.

Lions and tigers and handling user capabilities

In ihrem Vortrag näherte sich Tiffany Conroy dem Standardproblem einer Nutzer-, Rollen- und Zugriffsverwaltung aus der User Experience-Sicht. Ihre Hauptthese war dabei, dass das User Interface immer dafür zu sorgen hat, dass der jeweilige Nutzer zu jedem Zeitpunkt weiß, welche Aktionen er durchführen kann und welche nicht. Im Falle einer unzureichenden Berechtigung sollten gewisse Funktionen in der UI gar nicht aufgeführt sein oder sofort ersichtlich sein, dass die Aktion nicht durchgeführt werden kann. Nichtsdestotrotz sollte der Server natürlich immer die tatsächliche Zugriffsbeschränkung sicherstellen. Mit einem sehr erfrischendem Vortragsstil und sehr gut strukturierten und klaren Folien wurde das vermeintlich trockene Thema auf sehr interessante Art und Weise behandelt.

Visual Regression Testing

Integrations- und Unittests sind heutzutage in vielen Firmen ein fester Bestandteil des Entwicklungsprozesses. Ein Punkt, der jedoch noch nicht ähnlich weit verbreitet ist, sind Tests, die das Aussehen einer Anwendung oder Webseite betreffen. Besonders bei Anwendungen, die für viele verschiedene Auflösungen angeboten werden, ist ein manuelles Testen kaum sinnvoll möglich. Christian Bromann stellte in seinem Vortrag verschiedene Methoden vor, die zum Ziel haben, Änderungen in Layout oder in den Styles automatisiert durchzuführen. Zum einen gibt es den Ansatz, vor und nach den letzten Änderungen Screenshots zu erstellen und diese pixelweise zu vergleichen. Eine andere Herangehensweise ist das Vergleichen des Layouts mit komplexeren Algorithmen. Gegen Ende stellte Christian noch zwei Cloud-Dienste vor, die visuelle Regressionstests anbieten.

Fazit

Das DevFest Berlin war für mich eine gut organisierte Veranstaltung in sehr entspannter Atmosphäre. Man konnte leicht mit anderen ins Gespräch kommen und sich austauschen. Die meisten Vorträge waren sehr gut, andere dafür leider höchstens mittelmäßig. Laut anderer Teilnehmer, waren die Workshops am Freitag auch empfehlenswert, um etwas tiefere Einblicke in die jeweilige Technologie (in diesem Fall Polymer und Android) zu gewinnen als nur durch einen Vortrag.

Insgesamt fand ich die Veranstaltung gerade auch im Verhältnis zur wirklich geringen Teilnahmegebühr sehr gelungen und kann mir gut vorstellen, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Agile Softwareentwicklung