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Die Kiwis beim Design Thinking Workshop mit Ferdi

Endlich endlich, nach Wochen der Vorbereitung, haben wir Kiwis (eines der Qudosoft Entwicklungsteams) und Ferdinand Grah (unser Coach), 2 Tage lang, am Beispiel eines unserer realen Projekte, die Methoden aus dem Design Thinking ausprobiert.

Was ist passiert?

Ferdinand hat uns in den zwei Tagen durch die 6 Phasen des Design Thinking geführt. Phasenweise haben wir uns mit der Theorie auseinandergesetzt und danach das Gelernte in einem „Deep Dive“ an unserem Beispiel erprobt.
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Im ersten Block Verstehen haben wir uns nochmal die Probleme unseres realen Beispielprojekts vorgenommen – das war easy.

Der zweite Block Beobachten, war dann allerdings schon eine echte Herausforderung. Ferdinand hat uns erklärt, wie man Nutzer und Anwender befragt, und uns dann direkt ins kalte Wasser geworfen bzw. für Interviews auf die Straße geschickt. In zwei Gruppen sind wir in Richtung Fernsehturm gezogen und haben unsere Zielgruppe ins Visier genommen – ältere Damen, eher niedriges Einkommen, vorzugsweise Landbevölkerung, Übergrößen. Eine Stunde Straßenkampf! „Eh, guten Tag, mein Name ist <…> und ich führe eine Umfrage zur Nutzung von Online-Shops durch. Wann haben Sie zuletzt online eingekauft…“ Entwickler in ihrer natürlichen Arbeitsumgebung. Wir hätten uns filmen sollen. Klemmbrett im Anschlag, drei Fremde Frontal auf eine schüchterne Omi, wunderbar. Wir ernteten verdutze Gesichter, Abwinken, ängstliches Ausweichen, „Bin im Urlaub, habe keine Zeit“, „Ich kaufe nicht ein“, „Ich kaufe nicht online ein“ usw. Ein paar Umfragen haben dann aber doch geklappt und wir sind nicht völlig datenlos zurückgekehrt.

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Da die gesammelten Daten nicht wirklich brauchbar waren, hat sich Ferdinand für eine längere Umfrage zur Verfügung gestellt.

Hier haben wir angefangen zu verstehen, was wir durch gezielte Nutzerbefragungen über die tatsächlichen Probleme erfahren können, und wie wichtig dieser Schritt für die Entwicklung nutzerzentrierter Software ist.

In allen Phasen geht es darum zuerst in die Breite zu gehen und z.B. möglichst viele Probleme zu identifizieren oder Lösungen zu finden und aus diesen dann die z.B. dringendsten oder interessantesten mit in die nächste Phase zu nehmen. Genauso wie wir es ja auch in unseren Retrospektiven praktizieren.

Aufbauend auf Ferdis Antworten haben wir uns im nächsten Schritt Sichtweisen definieren mit den für uns überraschenden Aussagen und seiner Kritik auseinandergesetzt, die dringendsten Probleme identifiziert und ganz allgemeine Design-Möglichkeiten beschrieben.

Mit einer interessanten Methode namens Crazy 8 haben wir versucht in möglichst kurzer Zeit sehr viele Ideen zur Lösung der Top Probleme zu produzieren.
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Aus den besten Ideen haben dann im nächsten Schritt zwei Prototypen entwickelt. So richtiges Paper-Prototyping.
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Das hat viel Spaß gemacht. Alleine die Zeit war viel zu schnell vorbei.

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Ferdi hat sich für das Testen der Prototypen zur Verfügung gestellt und uns richtig viel wertvolles Feedback zu unseren Ideen, unserem Story-Telling und den Testansätzen mitgeben.

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In einem richtigen Projekt hätten wir dieses Feedback mit in die nächste Iteration genommen und neue, bessere Prototypen gebaut oder evtl. auch unsere Annahmen nochmal auf den Prüfstand gestellt. Iteration ist auch im Design Thinking ein zentrales Element.

Zum Abschluss hat uns Ferdi noch mit Ideen, wie wir das Gelernte in die Qudosoft und in unsere Projekte bringen können, versorgt und angekündigt uns auch weiter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und uns zumindest in den nächsten 4 Wochen mit kleinen Übungsaufgaben und Fragen zu unseren Praxiserfahrungen zu behelligen 😉

Unser Fazit

Steffen:

Gut, dass wir das als Team gemacht haben. Wir haben viel gelernt, gelacht, gemacht, erzählt und viel mitgenommen. Ferdinand und die Kiwis, das hat für mich sehr gut gepasst. Ich kann Ferdinand und den Workshop weiterempfehlen. Die gelernte Methodik wollen wir zukünftig im Kleinen (neue Funktionen), aber besonders zum Start neuer Projekte, nutzen.

Stephan:

Ferdi hat uns auf sehr unterhaltsame Art das Thema Design Thinking näher gebracht. Die Theorie war mit vielen interessanten Beispielen untermauert und wir haben viel Zeit für die praktische Umsetzung bekommen – vom Problem verstehen, über Benutzerbefragungen auf der Straße, bis hin zum Prototypen testen. Mir ist einmal mehr bewusst geworden, wie schwer es ist, die erlernten „Regeln“ zu durchbrechen und dass wir oft viel zu schnell mit Lösungen für vermeintliche Probleme zur Stelle sind. Es wird spannend, die Ansätze im Projekt auszuprobieren und hoffentlich auch das ein oder andere umsetzen zu können.

Rebecca:

Ich hatte die meiste Zeit richtig Spaß und nehme mehrere Dinge mit:

  • verrückte Ideen sind etwas Gutes
  • ich muss nicht sofort eine Lösung haben sondern darf auch einfach erstmal „dumme“ Fragen stellen
  • es gibt keine perfekte Lösung
  • Nutzer befragen ist richtig wichtig

Ich finde so einen Workshop gerade im Team richtig gut, da man seine Teammitglieder auch nochmal von einer anderen Seite kennenlernt.

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