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Gegen den Trend – kann ein verteiltes Team funktionieren?

Der Weg zum colocated Team

Seit einigen Jahren versuchen unsere Teams, so gut wie möglich zusammenzuarbeiten. Das geht über die Kommunikation hinaus und bedeutet auch, räumlich so eng wie möglich beieinander zu sein. Saßen wir früher teilweise über mehrere Zimmer verteilt, so haben wir heute für unsere Teams i.d.R. ein eigenes Zimmer oder eine große Tischinsel, damit man möglichst eng beieinander sitzt. Die Erfahrungen damit sind durchweg positiv. Kommunikationswege verkürzen sich, weil man sich gegenüber sitzt und immer den richtigen Ansprechpartner hat und man verpasst keine Kommunikation, weil man woanders sitzt.

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Gegen den Trend

Seit Ende letzten Jahres haben wir ein kleines Büro im Süden Deutschlands mit aktuell zwei Entwicklern und einem Scrum Master. Wir konnten uns zu dritt nicht als vollwertiges Team verstehen und baten um ein weiteres Teammitglied. Ein neues Mitglied findet man nicht so schnell auf dem Arbeitsmarkt, daher war die logische Konsequenz, einen Kollegen aus unserem Büro in Berlin zu integrieren. Es gab zu Beginn einige Vorbehalte aufgrund unser langjährigen Erfahrung mit colocated Teams. Kann die Kommunikation im Team so funktionieren? Wie können wir Meetings über zwei Standorte gestalten? Wie bekommt man als Scrum Master etwas über den anderen Standort mit?

Step by Step

Da man nun nicht mehr an einer großen Tischinsel saß, mussten wir neue Wege der Kommunikation gehen. Als erste Maßnahme haben wir einen permanenten Chatroom eingerichtet. Dieser dient als vielfältiges Kommunikationsmedium. Dort werden Absprachen zu einzelnen Entwicklungstasks getroffen, Abwesenheiten geklärt, aber auch der ein oder andere lustige Link zur Auflockerung gepostet.

Als Scrum Master stellte man sich natürlich die Frage, ob Retrospektiven über zwei Standorte sinnvoll machbar sind. Dabei fackelten wir nicht lange, sondern probierten es einfach. Als Kommunikationsmedium dient uns bis heute eine professionelle Videokonferenzanlage, bestehend aus fernsteuerbaren Kameras mit Zoom, die ihr Bild auf einen 55 Zoll Fernseher übertragen. Für die Audiokommunikation gibt es ein Wurfmikrofon, welches sogar in großen Gruppen mit 20 Leuten ausreichend sensibel ist, um auch Leisesprecher gut zu übertragen.

Mithilfe der Kameras ist es sogar möglich, Whiteboard und Flipchart zu benutzen, da das Gegenüber mithilfe der Zoomfunktion auch kleiner geschriebene Sachen lesen kann. Hilfreich war allerdings, Dinge komplett in Großbuchstaben aufzuschreiben. Das erhöht zusätzlich die Lesbarkeit.

Neben all den technischen Hilfsmitteln versuchen wir, hin und wieder alle an einem Standort zu sein. Das fördert den Zusammenhalt im Team zusätzlich.

Zusammenfassung

In einem verteilten Team zu arbeiten, ist eine Herausforderung, die man meistern kann. Dank moderner Technik kann man heutzutage sehr gut an verschiedenen Standorten performant zusammenarbeiten.

Mithilfe einer professionellen Videokonferenzlösung ist es z.B. möglich, audiovisuelle Kommunikation sehr angenehm zu gestalten. Allerdings muss man sich darauf einlassen, dass die schriftliche Kommunikation wieder stärker in den Vordergrund rückt. Schreibfaule könnten damit ein Problem haben. Ein netter Nebeneffekt ist außerdem, dass unser Büro im Süden niemals komplett abgeschnitten von unserem Hauptstandort in Berlin ist. Da ein Teil des Teams in Berlin arbeitet, haben wir stets einen guten Einblick über die Vorgänge dort.

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