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Man kann nicht nicht kommunizieren

Anfang Februar habe ich das „Kommunikations- und Moderationsseminar“ bei oose in Hamburg besucht. An dieser Stelle möchte ich gerne darüber berichten wie es war und was ich gelernt habe.

Was habe ich mir von dem Seminar versprochen?

  1. Ich wollte konkrete Tipps wie ich besser und konstruktiver Feedback geben kann. (Haken)
  2. Daneben wollte ich an meiner eigenen Kritikfähigkeit arbeiten. (Haken)
  3. Lernen wie ich simultan moderiere und protokolliere. (haben wir im Rahmen des möglichen geübt)

Wie war’s?

Die 3 Tage waren sehr interessant, intensiv und äußerst kurzweilig, eine gute Chance sich mit anderen auszutauschen, mit etwas Abstand über dies und das nachzudenken und mal wieder festzustellen, wie unterschiedlich Unternehmenskulturen doch sind.

Unsere Seminargruppe bestand aus acht Softwareentwickler/innen, Scrum Mastern und Teamleitern. Von der Größe her genau richtig, um viel in kleinen Gruppen zu üben, aber auch in der gesamten Gruppe gut diskutieren zu können. Unsere Trainerinnen Tina und Claudia haben klasse moderiert, ihr Wissen vermittelt und uns drei Tage lang praktisch vorgelebt was Kommunikation auf Augenhöhe und konstruktives Feedback geben bedeuten. Insgesamt war das Seminar ein sehr angenehmer Mix aus Theorie und Praxis, getreu ooses Leitspruch „Vom Wissen zum Können“.

Der oose-Campus befindet sich im Schanzenviertel, also mitten in der Hamburger-Szene. Mittags waren wir gemeinsam in urigen Restaurants der Umgebung essen. (Dort konnte ich „Premium Cola“ testen. Das ist das Getränk einer der im Film „Augenhöhe“ untersuchten Firmen 😉 Zur Abendgestaltung bieten sich etliche nette Kneipen an ODER man bleibt einfach auf dem Campus und nimmt an einer der vielfältigen Abendveranstaltungen teil. Am Dienstag wurde z.B. zum gemeinsamen Gucken von „Augenhöhe“ (der Film) geladen. Im Anschluss gab es eine sehr interessante und angeregte Diskussion im Fish-Bowl-Format. Mit dabei zwei der Filmemacher – Silke Luinstra und Ulf Brandes.

Nach dem Intrinsifier-Barcamp in Berlin in der Woche zuvor, habe ich in Hamburg gleich 6 Kollegen/innen von oose wieder getroffen. Ich habe mich fast wie zu hause gefühlt 🙂

Und was nehme ich nun konkret mit?

Auf jeden Fall hat sich meine Sicht auf die Kommunikation mit anderen verändert. Ich bemerke schon, dass ich mir mehr Gedanken darüber mache, wie ich etwas sage und was das Gesagte bewirken kann. Ich beobachte mich und meine eigenen Reaktionen in Gesprächen genauer und frage mich durchaus, ob das so gemeint war wie ich es verstanden habe. Dazu haben wir ein paar ganz nützliche Werkzeuge und Modelle im Seminar an die Hand bekommen.

Werkzeuge und Modelle

  • Missverständnisse lassen sich durch aktives Zuhören deutlich minimieren
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  • Es gibt in der Kommunikation immer eine Sach- (20%) und eine Beziehungsebene (80%). Gibt es Probleme auf der Beziehungsebene, findet man auf der sachlichen nur schwer zusammen.
  • Verschiedene Fragetechniken (offene und geschlossene Fragen) helfen beim Moderieren und der Strukturierung von Gesprächen.
  • Die 4 Seiten einer Nachricht – Wichtig auf „welchem Ohr“ das Gegenüber hört und welche Seite man betont!
  • Du- vs. Ich-Botschaften (IMMER Ich-Botschaften verwenden!)
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  • Selbst- und Fremdbild können zur Teambildung (öffentliche und private Person) genutzt werden und sind ein gutes Reflexionsmittel (blinder Fleck)

Feedbackkultur und -gespräche

Daneben nehme ich einiges an Theorie und Praxis für unsere Feedbackgespräche und allgemein zum Thema Feedbackkultur mit. Diese Basics sollte eigentlich jeder drauf haben. Die Grundregeln für Feedbackgeber und -empfänger können wir in den nächsten Feedbackgesprächen mit in den Raum hängen und am Anfang kurz durchgehen. Bei Bedarf können wir Feedbackgespräche auch moderieren, so dass beide Seiten eine Rückmeldung bekommen und lernen noch besser Feedback zu geben.

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Bei oose wird ein, wie ich finde, sehr interessanter Feedback-Ansatz praktiziert:

  • Ziel ist es, in möglichst kurzen Intervallen oder bei passender Gelegenheit Feedback zu geben oder dieses aktiv einzuholen.
  • Dazu vereinbart jeder Mitarbeiter von sich aus im nächsten halben Jahr das persönliche Feedback von z.B. 5 gemeinsam festgelegten Kollegen einzuholen.
  • Das Feedback wird immer unter 4 Augen gegeben.
  • Auf Veranstaltungen, bei denen sich alle Mitarbeiter an einem Ort treffen, gibt es sogenannte „Feedback-Märkte“, eine Chance gebündelt Feedback einzuholen, auch von Kollegen die man selten persönlich trifft.

Tipps zum (simultanen) Visualisieren als Moderator

Der Diskussionsverlauf soll möglichst mit den Begriffen der Teilnehmer dokumentiert werden. Ziel ist es die Ergebnisse für alle sichtbar zu machen, Diskussionen und Meetings Struktur zu geben und Konsens zu finden. Aktives Zuhören und der Einsatz der o.g. Fragetechniken sind gute Moderationswerkzeuge. Es gibt ein paar einfache Grundsätze die beim Visualisieren zu beachten sind

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Mein Fazit

Ich habe für meine Arbeit, aber auch allgemein, viele nützliche Tipps mitgenommen. Unabhängig von der Fachlichkeit komme ich inspiriert zurück und freue mich, mich auf neue Aufgaben zu stürzen. Was so ein kleiner Ausflug und ein Blick über den Tellerrand für eine Wirkung haben kann. (Lächeln)

Einige Kollegen haben schon Interesse an einem Wissens- und Erfahrungsaustausch bekundet. In diesem Sinne „Spread the word“.


 

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