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Wieso hört unsere Transparenz eigentlich an der Firmengrenze auf?

Warum die Transparenz bei Bewerbern aufhört
Wir schreiben und sprechen viel über Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit in unserem Unternehmen. Täglich versuchen wir, unsere Abläufe ein Stück transparenter zu machen, unsere Kommunikation ein Stück offener und ehrlicher zu gestalten.
Doch es gibt immer wieder eine Grenze, die wir erreichen: Unsere Firmengrenze. Ein aktuelles Beispiel ist der Umgang mit Absagen im Bewerbungsprozess.
Ein Bewerber hat sich auf dem Portal Kununu gewundert, wieso wir ihm nicht erläutern wollen, warum wir ihm abgesagt haben.
Der erste vermeintliche Grund, der uns dazu einfiel war, das wir vor zwei Jahren beschlossen haben, dass eine detaillierte Auskunft zu rechtlichen Problemen führen könnte, womit sich ein Bewerber in die Stelle einklagen könnte. Daher verhalten wir uns momentan so.
Auf den zweiten Blick betrachtet steht dieses Verhalten im Kontrast zu den Werten, die wir intern leben. Wieso hört die Transparenz an der Firmengrenze auf? Haben nicht auch Bewerber, denen wir absagen, ehrliches Feedback verdient? Also recherchierte ich.
 
Wenig konkretes im Internet
Mein erster Treffer führte mich zu Spiegel Online. Jobware bewertete verschiedene Absagen. Beeindruckt hat mich vor allem die Absage von buw, in der dem Bewerber tatsächlich die Möglichkeit eingeräumt wird, über eine Absage zu sprechen. Ist unsere Angst vor Klagen also doch ungerechtfertigt?
Ich hangle mich durch die Google Treffer und stoße auf folgendes PDF- Dokument. Es empfiehlt Zurückhaltung, egal wie hartnäckig ein Bewerber ist. Vor allem die im Dokument aufgezählten „Gründe, die zur Absage führten“, irritieren mich:

  • Fettfleck auf dem Anschreiben
  • altmodische Aufbereitung der Bewerbungsmappe
  • keine einschlägige Ausbildung bzw. Studium
  • unpünktlich zum Vorstellungsgespräch erschienen

Ist es wirklich so, dass man Bewerber nach solchen Kriterien auswählt? Kriterium 1 und 2 fällt bei uns in 100% der Fällen weg. Wir erhielten noch nie eine Bewerbung auf dem Postweg. Kriterium 3 macht mich stutzig, da einige meiner Kollegen Quereinsteiger sind. Ich selbst bin Betriebswirt mit Fachrichtung Informatik und würde das Studium nicht als einschlägige Ausbildung bezeichnen. Erscheint ein Kandidat zu spät, so hat er dafür meistens einen guten Grund. Diesen zu werten steht mir nicht zu, da ich die Hintergründe nicht genau kenne und höchstens im Gespräch erfahre. In diesem interessieren mich aber zumeist ganz andere Dinge als der Grund einer eventuellen Unpünktlichkeit. Immerhin ist von einer gesetzlichen Frist die Rede, die zwei Monate beträgt. Wenn man sich also zwei Monate Zeit nimmt, ist man „aus dem Schneider“.
Der Versuch, buw direkt zu kontaktieren, blieb bisher leider erfolglos, vielleicht bekomme ich ja in Zukunft nochmal die Gelegenheit, mich mit den Leuten auszutauschen.
 
Uns selbst hinterfragen
Warum haben wir eigentlich Angst vor Klagen? Behandeln wir unsere Bewerber nicht alle gleich, bewerten wir sie gar unfair? Ich meine, dass wir das nicht tun. Ein weiterer Artikel auf Monster.de ermutigt zur Transparenz und Offenheit gegenüber Bewerbern. Schließlich möchte man als Firma sein Image nicht dadurch kaputt machen, dass man auf Anfragen oberflächlich und verschlossen reagiert.
 
Step by Step – Offenheit und Ehrlichkeit für Bewerber
Rückblickend betrachtet sind Nachfragen von Bewerbern über den Grund ihrer Absage sehr selten. Wir werden also in Zukunft Bewerbern, die nach einer Absage nach den Gründen fragen, den ein oder anderen Tipp verraten, was Sie aus unserer Sicht bei der nächsten Bewerbung besser machen können. So schaffen wir es auch, unsere nach innen gelebten Werte ein Stück mehr nach außen zu leben.

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