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Der neue (Remote-)Job – Ein „3 in 1“ – Erfahrungsbericht

Wie funktionieren in Zeiten von Corona-Pandemie und Homeoffice Recruiting-Prozess, Onboarding und das „In die Firma Hineinwachsen“?

Jan, Kateryna und Manu haben 2020, mitten in der Corona-Pandemie bei der Qudosoft angefangen. Alle drei haben die Probezeit mittlerweile erfolgreich gemeistert und am Ende JA! gesagt, worüber wir uns riesig freuen.

Ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken und zu fragen, wie es so lief.

Recruiting

Wie lief der Prozess bei euch ab – ward ihr vor Ort, remote oder in einer Kombination?

J & K: Unser Recruiting-Prozess war komplett remote.

M: Bis auf die Gehaltskonsultation lief alles remote ab, wobei die Konsultation vor Ort ebenso über Zoom stattfand 🙂

Wie hat sich das angefühlt?

M: Angefühlt hat sich das sehr futuristisch/surreal, da ich bis zum letzten Schritt entgegen meiner Erwartung niemanden in Person getroffen habe.

K: Für mich bedeuten online Vorstellungsgespräche weniger Stress (da ich an einem bequemen und bekannten Ort bin) und mehr Flexibilität. Dank Audio & Video funktioniert die Kommunikation gut. Ein persönliches Gespräch vor Ort ersetzt es allerdings nicht. Trotzdem hat mir der Remote-Recruiting-Prozess sehr gut gefallen und ja auch zum Ziel geführt.

J: Ich war zu der Zeit noch nicht an Videotelefonate gewöhnt und fand es erst etwas unangenehm, ein Bewerbungsgespräch in meiner eigenen Wohnung zu führen – einem eigentlich sehr geschützten Raum. Außerdem fehlte mir so etwas wie die Anfahrt zum Ort des Gesprächs, denn dabei kann ich mich normalerweise sehr gut innerlich vorbereiten. Während des eigentlichen Gesprächs war ich aber erstaunt, wie gut das dann doch funktionierte.

Wie lief die Kommunikation, wie die Zusammenarbeit beim Kennenlerntag? Was hat euch gefallen, was nicht?

K: Gefallen hat mir, dass es keine reinen Recruiter gab. Schon das erste Gespräch fand direkt mit Entwickler*innen statt. Wir hatten 2h Zeit uns gegenzeitig kennenzulernen. Im nächsten Schritt, beim Frühstück am Remote-Kennenlerntag, waren rund 20 Leute am Start, so dass ich mit vielen verschiedenen Menschen direkt reden konnte. Die Atmosphäre war sehr entspannt und die Leute sehr freundlich und offen.

J: Am Kennenlerntag war es mir sehr recht, dass ich an meinem gewohnten Arbeitsplatz arbeiten konnte. Alles funktionierte so, wie ich es kannte, und ich fühlte mich auch nicht sonderlich beobachtet. Der engere Austausch über meine abgelieferte Arbeit lief unkompliziert und ich habe einiges dabei gelernt. Dass schließlich so viele Leute meine Präsentation angeschaut haben, gefiel mir auch. Insgesamt fühlte ich mich trotz der Distanz warmherzig empfangen, und konnte auch bereits den Eindruck gewinnen, dass es innerhalb der Firma ein positives Miteinander gibt. Kurz vor Schluss fiel bei mir das Internet aus und war fünf Minuten lang nicht wiederzubeleben — ein Moment, in dem mir kurz das Herz stehen blieb. Zum Glück war Murphys Gesetz allen hinreichend bekannt.

M: Die Kommunikation lief über Zoom. Ich habe beim Probearbeiten den Screen geshared, und mit drei Leuten die Aufgaben beackert. Klar ist man dann nervös, weil jeder alles sieht, aber dementsprechend konnte mir auch gut geholfen werden. Wenn ich genauer darüber nachdenke, kann ich mir einen „Vor Ort“- Probetag nicht vorstellen. Für mich war an der Remote-Situation gut, dass ich kurz mal „nen Schritt zurücknehmen“ konnte, um tief Luft zu holen. Schade fand ich, dass man in der Pause nicht „büroübliche“ Aktivitäten wie Kickern vornehmen konnte.

Was würdet ihr anders machen?

M: Eventuell ein gemeinsames Remote-Mittagessen? Das wäre zwar anders, aber vielleicht auch nicht besser, weil so eine Pause im Bewerbungsprozess ganz gut tun kann, um sich zu sammeln.

Ankommen und Hineinwachsen

Ging es dann „virtuell“ weiter, nachdem klar war, dass ihr bei der Qudosoft startet?

J: Zum Aspekt des „remote“ beim Onboarding kann ich gar nicht so viel sagen. Ich wurde in der Anfangszeit sehr oft gefragt, ob es nicht komisch sei, dass es so leer sei im Büro. Ich fand es eigentlich gar nicht so komisch, sondern ganz ruhig, angenehm und gemütlich. Allerdings stellte ich mir oft die Frage, ob es nicht zu normalen Zeiten ganz anders zugehe und ich das nur nicht merke, weil ich es nicht anders kenne. Das frage ich mich bis heute noch hin und wieder.

Anmerkung von Stephan: Oh ja, wenn nicht gerade Pandemie ist, dann fühlt sich das Büro ganz anders an. Dann gibt es Menschen die sich in Küche, Lounge oder am Kicker treffen und reden, Musik in verschiedenen Büros, Haustiere, gemeinsame Mittagessen, Meetings in großer Runde mit Menschen die im Kreis sitzen und diskutieren und vieles mehr. Kommt hoffentlich auch alles wieder!

K: Für mich war es das erste reine Remote-Onboarding. Im Vorfeld habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob der reduzierte persönliche Kontakt es mir erschweren wird, positiv und selbstbewusst in einen neuen Job zu starten. Wie wird es funktionieren, persönliche organische Beziehungen aufzubauen, die Bürokultur zu beobachten und die echte Arbeitsatmosphäre aufzusaugen? Ich muss sagen, das hat die Firma gut gemacht, mit Qudosoft-Patenschaft, Willkommensbrief und -geschenk, so viel persönlicher Interaktion wie möglich, Checklisten mit Aufgaben und Zugängen. Alle Kolleg*innen sind immer bereit zu helfen. Montagsfrühstück und Firmenmeetings vermitteln ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Ward ihr eigentlich schon mal in einem unserer Büros, so in echt?

J: Ich bin im Juli (2020) in die Firma gekommen – einer Zeit, in der die Pandemie mancherorts schon fast überwunden schien. Mein Einstieg war daher von gar nicht so wenigen persönlichen Kontakten geprägt wie bei den anderen, die später gekommen sind. In den Sommermonaten war ich fast jeden Tag im Berliner Büro, wo ich mindestens eine Handvoll Kollegen regelmäßig antraf. Man sollte auch dazusagen, dass alle anderen meiner Teammitglieder in Karlsruhe und Hamburg waren, während ich in Berlin war. Auch ohne Pandemie hätte ich die Teammitglieder vermutlich nicht oft persönlich getroffen.

M: Ja!

K: Angefangen habe ich im November 2020. In der ersten Woche war ich im Büro zusammen mit ein paar Kolleg*innen. Danach habe ich komplett online gearbeitet.

Gibt es für euch als Neue und im Kontext von permanentem Homeoffice genug Kontaktpunkte mit den Kolleg*innen in Team und Firma?

M: Innerhalb des Teams in jedem Fall. Innerhalb der Firma eigentlich auch, wobei es durch das Büro noch einfacher wäre, zwischenmenschliche Kontakte aufzubauen. Von der Qudosoft habe ich alle mal gesehen. Mit 70% auch mal Gespräche gehabt, die in einer Runde von weniger als vier Menschen stattfanden.

J: Meine Teammitglieder gehören zu den Menschen, mit denen ich zurzeit am meisten spreche; ich habe das Gefühl, sie schon ganz gut zu kennen. Was aber ganz konkret in anderen Teams passiert, bekomme ich fast gar nicht mit. Ich wünschte, ich könnte da etwas mehr über den Tellerrand blicken. Da ich jede Woche zu Gildentreffen gehe und alle zwei Wochen zu den Firmenmeetings, kenne ich dennoch mittlerweile von allen die Gesichter und habe mit vielen auch schon Dinge diskutiert.

K: Eine schöne Ergänzung könnten organisierte Kleingruppenkennenlernrunden sein. Mit dem Ziel im Verlauf von ein paar Wochen alle persönlich gesprochen und etwas besser kennengelernt zu haben.

Habt ihr Ausbilder, Paten, Mentoren oder jemand anderen an eurer Seite (gehabt)?

M: Ja, immer noch fühle ich mich von meinen Teamkollegen gut betreut. Hilfsbereit sind eigentlich alle. Wenn mir mal jemand nicht weiterhelfen konnte, so wussten die Gefragten immer, an wen man sich stattdessen wenden könne.

K: Ich hatte mehrere Kolleg*innen zur Seite, die mich bei meinen ersten Aufgaben direkt unterstützt haben. Auch mein Scrum Master hat oft mit mir telefoniert. Für die erste Zeit würde ich mir eine Patenschaft bzw. Mentor*in im Team selbst wünschen.

Ihr seid relativ „zeitgleich“ gestartet und habt eine eigene Newbie-Runde gegründet, mit regelmäßigem Austausch. Was waren eure Gedanken dabei? Wie läuft das so?

M: Ganz ursprünglich ist sie aus einer meiner Feedbackrunden, als Maßnahme gegen den „Anfängerdruck“, den ich mir definitiv gemacht habe, entstanden. Genau das ist auch passiert, und mittlerweile ist die Peergroup auch eine Art Safespace für mich.

J: Die Newbie-Runde gefällt mir sehr gut, sie ist zum Glück gar keine steife Angelegenheit. Menschen, mit denen man sich gut versteht, sind immer wertvoll, und wenn sie in einer ähnlichen Situation sind, überdies sehr hilfreich. Es kann sehr erbaulich sein, wenn man merkt, dass man nicht der einzige Mensch auf der Welt mit Selbstzweifeln ist.

K: Die Runde ist echt hilfreich: uns beschäftigen ähnliche Themen und so bin ich damit nicht allein, bekomme Feedback, kann aus den Lösungsversuchen der anderen lernen aber auch einfach mal nicht arbeitsbezogen nett und freundlich reden (Lächeln)

Gab es für euch schon Chancen auf irgendeine Art in die Qudosoft hineinzuwirken und sie ein bisschen aufzumischen? Falls ja, was habt ihr gemacht und wie war das?

M: Beim Tweak It-Day bin ich zu der Weihnachtsfeiervorbereitung gegangen. Ich habe eher wenig beigetragen, aber durch die anderen viel über die Firma gelernt. Ohne das „Mitmachen“ beim Projekt hätte ich wahrscheinlich wesentlich länger gebraucht, um „anzukommen“.

Was sind die größten Vor- bzw. Nachteile an Remote-Work im eurer Jobstarts?

K: So ein Remote-Start ist definitiv anders und schwieriger.

K, M & J : Ein großer Vorteil ist die eingesparte Zeit durch die wegfallende Anfahrt zur Arbeit.

M: Insbesondere für mich, als Person, die gerade morgens die Zeit braucht um wach zu werden. 🙂

K: Auch wenn ich gerne von zu Hause aus arbeite, fehlen mir informelle Kommunikation und soziale und emotionale Nähe. Ich arbeite schon seit 6 Monaten mit Menschen zusammen, die ich noch NIE offline getroffen habe.

M: Ich vermisse auch die Kaffeemaschinengespräche und den teamübergreifenden Kontakt.

J: Sobald Reisen wieder möglich sind, werde ich von ganz anderen Orten aus arbeiten können. Das kann ich kaum erwarten!

Fazit

Es kann funktionieren rein remote zu recruiten und neue Kolleg*innen zu gewinnen und zu begeistern. Es ist allerdings nicht einfach und definitiv kein Selbstläufer. Als Firma, die schon länger verteilt arbeitet, hatten wir dafür bereits eine gute Basis. Recruiting und Onboarding mussten wir trotzdem und müssen wir auch weiterhin in diese Richtung anpassen und optimieren. Ein zentrales Thema dabei ist die persönliche Vernetzung innerhalb der Organisation und den Kontakt zu halten.

Gut, dass Reflektion und Feedback fester Bestandteil in unserem Arbeitsalltag sind, wir aus dem Interview mit unseren 3 „Neuen“ selbst lernen und sich konkrete Handlungsoptionen auftun 🙂

Falls Ihr auch Erfahrungen mit Remote-Recruiting und -Onboarding gemacht habt und sie teilen wollt oder anderweitig am Erfahrungsaustausch interessiert seid, kommentiert gerne diesen Blogpost oder nehmt Kontakt zu uns auf.

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